Cloud Computing: Was es ist, wie es funktioniert und was es Unternehmen bringt

Definition, IaaS, PaaS und SaaS, Public und Hybrid Cloud, Anbieter, Kosten und Datenschutz – die Grundlagen verständlich erklärt

27.10.2020

Was ist Cloud Computing? Definition, IaaS, PaaS und SaaS, Public und Hybrid Cloud, Anbieter, Kosten und Datenschutz verständlich erklärt.

Was ist Cloud Computing – und was bedeutet es für Unternehmen, Verwaltung und den eigenen Alltag?

Wer morgens seine Mails in Outlook im Browser liest, im Teams-Meeting ein Dokument gemeinsam bearbeitet und abends eine Serie streamt, hat an diesem Tag schon Dutzende Male Cloud Computing genutzt – ohne einen einzigen Server zu sehen. Genau das ist der Kern der Sache: Die Rechenleistung steht woanders, und Sie nutzen sie über das Internet.

Die kurze Antwort auf die Frage, was Cloud Computing ist: Cloud Computing bedeutet, IT-Ressourcen wie Rechenleistung, Speicher, Datenbanken, Netzwerke und fertige Software bei Bedarf über das Internet zu beziehen, statt sie selbst zu kaufen und zu betreiben – abgerechnet wird meist nach Verbrauch oder im Abonnement. Der Anbieter kümmert sich um Hardware, Strom, Kühlung und Wartung; Sie kümmern sich um das, was Sie damit machen.

Das klingt einfach, und im Prinzip ist es das auch. Die Fragen beginnen danach: Welche Arten von Cloud gibt es? Was ist IaaS, PaaS und SaaS? Ist das billiger als der eigene Server im Keller? Und was ist mit Datenschutz, wenn die Daten bei einem US-Konzern liegen? Die folgenden Abschnitte beantworten diese Folgefragen der Reihe nach.

Cloud Computing einfach erklärt: die Definition und ihre fünf Merkmale

Woher kommt der Name? Als das Internet noch jung war, zeichneten Netzwerktechniker das unübersichtliche Geflecht aus Telefon- und Datenleitungen in ihren Diagrammen als Wolke. Man musste nicht wissen, was darin passiert – Hauptsache, die Daten kamen an. Diese Idee steckt bis heute im Begriff: „Die Cloud“ ist kein einzelner Ort, sondern ein Netz aus Rechenzentren vieler Anbieter auf der ganzen Welt.

Die gängigste Definition stammt vom US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST). Sie nennt fünf Merkmale, an denen man echtes Cloud Computing erkennt – und an denen man auch Angebote entlarven kann, die nur ein umetikettiertes Hosting sind:

  • Selbstbedienung auf Abruf: Sie bestellen einen Server, Speicherplatz oder eine Datenbank selbst über ein Webportal oder eine Programmierschnittstelle (API). Niemand muss dafür ein Ticket bearbeiten oder Hardware einbauen; nach wenigen Minuten ist die Ressource da.
  • Zugriff über das Netz: Die Dienste sind über Standardprotokolle erreichbar – vom Laptop, vom Smartphone, aus dem Büro oder dem Homeoffice.
  • Gemeinsam genutzte Ressourcen: Viele Kunden teilen sich dieselbe physische Infrastruktur. Fachleute sprechen von Mandantenfähigkeit (Multi-Tenancy): Jeder Kunde, also jeder „Mieter“, sieht nur seine eigenen Daten und Einstellungen, obwohl die Anwendung oder der Server von vielen genutzt wird.
  • Schnelle Elastizität: Ressourcen lassen sich nach oben und unten skalieren, oft automatisch. Läuft im Onlineshop die Rabattaktion, kommen zusätzliche Server dazu; ist sie vorbei, verschwinden sie wieder.
  • Gemessener Dienst: Der Verbrauch wird gemessen und abgerechnet – ähnlich wie bei Strom, Wasser oder Gas. Sie zahlen für Rechenstunden, gespeicherte Gigabyte oder Nutzerlizenzen, nicht für eine Maschine, die auch nachts und am Wochenende im Rack steht.

Ein Beispiel macht den Unterschied greifbar. Angenommen, ein Steuerberatungsbüro mit 15 Mitarbeitenden betreibt einen eigenen Dateiserver. Fällt im Februar die Festplatte aus, steht das Büro still, bis der IT-Dienstleister kommt. In der Cloud liegen die Dateien redundant in mehreren Rechenzentren; der Ausfall einer Festplatte fällt niemandem auf. Dafür braucht das Büro eine stabile Internetverbindung – und muss sich mit Verträgen und Datenschutz beschäftigen, dazu weiter unten mehr.

IaaS, PaaS und SaaS: die drei Servicemodelle verständlich erklärt

Die Cloud ist kein einheitliches Produkt. Je nachdem, wie viel Ihnen der Anbieter abnimmt, unterscheidet man drei Servicemodelle. Ein Vergleich aus dem Alltag hilft: Sie können eine leere Wohnung mieten, eine möblierte Wohnung oder ein Hotelzimmer mit Frühstück. Je mehr Service, desto weniger Arbeit – und desto weniger Gestaltungsfreiheit.

Infrastructure as a Service (IaaS): Rechenzentrum zur Miete

Bei IaaS mieten Sie virtuelle Server, Speicher und Netzwerke. Der Anbieter betreibt Gebäude, Hardware und die Virtualisierungsschicht; Betriebssystem, Datenbanken, Anwendungen und deren Absicherung liegen bei Ihnen. Sie haben damit fast dieselbe Kontrolle wie im eigenen Rechenzentrum, nur ohne Hardwarekauf. Typische Dienste sind Amazon EC2, Azure Virtual Machines oder Google Compute Engine. IaaS ist die leere Wohnung: viel Freiheit, aber Sie müssen selbst einrichten und putzen. Unternehmen nutzen IaaS oft als ersten Schritt, wenn sie bestehende Anwendungen weitgehend unverändert aus dem eigenen Serverraum umziehen („Lift and Shift“).

Platform as a Service (PaaS): Plattform für eigene Anwendungen

Bei PaaS stellt der Anbieter eine fertige Umgebung bereit, in der Entwickler Anwendungen bauen, testen und betreiben. Betriebssystem-Updates, Sicherheits-Patches, Datenbank-Backups und Skalierung übernimmt die Plattform. Ihr Team kümmert sich um Code und Daten. Beispiele sind Google App Engine, Azure App Service, verwaltete Datenbanken wie Azure SQL Database oder Amazon RDS und Plattformen für Container. Eine Spielart ist Serverless Computing: Sie laden nur noch einzelne Funktionen hoch, die bei Bedarf starten und pro Aufruf abgerechnet werden. PaaS entspricht der möblierten Wohnung – einziehen und loslegen, aber die Möbel stehen, wo der Vermieter sie hingestellt hat.

Software as a Service (SaaS): fertige Anwendung im Browser

SaaS ist das Modell, das die meisten Menschen täglich nutzen, oft ohne es so zu nennen. Sie abonnieren eine fertige Anwendung und greifen über den Browser oder eine App darauf zu. Updates, Betrieb und Verfügbarkeit liegen beim Anbieter. Bekannte Beispiele sind Microsoft 365 (viele Pakete hießen bis April 2020 Office 365), Salesforce, Workday, Zoom oder DATEV-Anwendungen in der Cloud. SaaS ist das Hotelzimmer: kein Aufwand, aber auch kein Einfluss darauf, wann das Frühstück serviert wird. Für Standardaufgaben wie E-Mail, Buchhaltung, CRM oder Personalverwaltung ist SaaS heute für die meisten Unternehmen die naheliegende Wahl.

Wichtig für die Praxis: Die Grenzen verschwimmen. Ein Unternehmen nutzt typischerweise alle drei Modelle gleichzeitig – SaaS für Büroarbeit, PaaS für die eigene Kundenplattform und IaaS für eine ältere Fachanwendung, die sich nicht umbauen lässt.

Public, Private, Hybrid und Multi-Cloud: die Bereitstellungsmodelle

Neben der Frage, was Sie aus der Cloud beziehen, steht die Frage, wo es läuft und wer die Infrastruktur sonst noch nutzt. Eine Cloud-Strategie muss beide Fragen beantworten.

  • Public Cloud: Die Infrastruktur gehört einem Anbieter und wird von vielen Kunden geteilt. Sie zahlen nur für Ihren Anteil und können praktisch ohne Vorlauf wachsen. Die größten Anbieter mit weltweit verteilten Rechenzentren heißen Hyperscaler.
  • Private Cloud: Die Cloud-Technik läuft exklusiv für eine Organisation – im eigenen Rechenzentrum oder als dedizierte Umgebung bei einem Dienstleister. Das bietet mehr Kontrolle, etwa für Kliniken, Banken oder Behörden mit strengen Vorgaben, kostet aber mehr und skaliert weniger flexibel.
  • Hybrid Cloud: Eine Kombination aus Public Cloud, Private Cloud und klassischer IT vor Ort, die technisch miteinander verbunden ist. Sensible Kundendaten bleiben im eigenen Rechenzentrum, der Webshop läuft in der Public Cloud. Echte Hybrid-Architekturen brauchen eine gemeinsame Verwaltung, Identitäten und Netzwerke über alle Umgebungen hinweg.
  • Multi-Cloud: Ein Unternehmen nutzt Dienste mehrerer Public-Cloud-Anbieter, etwa Microsoft für Büroanwendungen und Identitäten, Google für Datenanalyse und AWS für die eigene Software. Das verringert die Abhängigkeit von einem Anbieter, erhöht aber den Aufwand für Betrieb, Sicherheit und Know-how.

Die frühere klare Trennung zwischen „öffentlich“ und „privat“ weicht seit einigen Jahren auf. Die großen Anbieter stellen ihre Technik auch im Rechenzentrum des Kunden auf (etwa AWS Outposts oder Azure Local, früher Azure Stack HCI) und bieten dedizierte Bereiche in ihren eigenen Rechenzentren an. Umgekehrt verwalten Werkzeuge wie Azure Arc Server in fremden Clouds und im eigenen Keller über eine Oberfläche. Sinnvoller als „öffentlich oder privat“ ist deshalb oft die Frage: gemeinsam genutzt oder dediziert – und wer hat Zugriff? Wie Sie zwischen den Modellen für ein kleineres Unternehmen konkret abwägen, zeigt der Beitrag Cloud-Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen.

Die großen Cloud-Anbieter: AWS, Microsoft, Google und europäische Alternativen

Der Markt für Cloud-Infrastruktur ist stark konzentriert. Drei US-Konzerne prägen ihn:

  • Amazon Web Services (AWS): Pionier des Marktes seit 2006 und gemessen am Umsatz mit Infrastruktur- und Plattformdiensten weiterhin die Nummer eins. Rechenzentrumsregion unter anderem in Frankfurt am Main.
  • Microsoft Azure: die Nummer zwei, besonders stark in Unternehmen, die ohnehin Microsoft 365, Windows Server und Entra ID (früher Azure Active Directory) einsetzen. Rechenzentren in Deutschland unter anderem im Raum Frankfurt und Berlin.
  • Google Cloud: die Nummer drei, mit Stärken bei Datenanalyse, KI und Containern; Kubernetes, heute der Standard für Container-Betrieb, stammt ursprünglich von Google.

Im zweiten Quartal 2026 lagen laut Synergy Research Group AWS bei 28 Prozent, Microsoft bei 20 Prozent und Google bei 15 Prozent des weltweiten Marktes für Cloud-Infrastrukturdienste, zusammen also bei fast zwei Dritteln. Zu den kleineren Anbietern zählen Alibaba Cloud (vor allem in Asien), Oracle und IBM. Für Unternehmen in Deutschland haben europäische Anbieter an Bedeutung gewonnen, weil sie nicht dem US-Recht unterliegen: STACKIT, die Cloud der Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland), IONOS aus Montabaur, T Cloud Public der Deutschen Telekom (bis Januar 2026 Open Telekom Cloud) und OVHcloud aus Frankreich. Hinzu kommen „souveräne“ Angebote, bei denen US-Technik von europäischen Gesellschaften betrieben wird – etwa Delos Cloud, eine SAP-Tochter, die Microsoft-Technik für die deutsche Verwaltung bereitstellt, oder die AWS European Sovereign Cloud, die seit Januar 2026 mit einer ersten Region in Brandenburg verfügbar ist.

Meine Einschätzung: Für Standard-Software führt an den großen SaaS-Anbietern selten ein Weg vorbei. Bei Infrastruktur und Plattformen lohnt dagegen der Blick auf europäische Anbieter, sobald personenbezogene Daten in großem Umfang, Geschäftsgeheimnisse oder Vorgaben öffentlicher Auftraggeber im Spiel sind. Die europäischen Clouds bieten weniger Dienste, decken aber das, was die meisten Mittelständler brauchen – virtuelle Server, Speicher, Datenbanken, Kubernetes –, inzwischen solide ab.

Was kostet Cloud Computing? Das Kostenmodell und seine Fallen

Das wichtigste Versprechen der Cloud ist ein Wechsel in der Buchhaltung: Statt hoher Anfangsinvestitionen in Server, die über Jahre abgeschrieben werden (Investitionskosten, englisch CapEx), zahlen Sie laufende Betriebskosten (OpEx). Das schont die Liquidität und macht ein neues Projekt schnell startklar. Ob es auch billiger ist, hängt vom Einzelfall ab.

Die gängigen Preismodelle:

  • Nutzungsbasiert (Pay-as-you-go): Abrechnung pro Sekunde, Stunde, Gigabyte oder Anfrage. Ideal für schwankende Last, Tests und neue Projekte.
  • Reservierungen und Sparpläne: Wer sich für ein bis drei Jahre auf eine Grundlast festlegt, bekommt deutliche Rabatte gegenüber dem Listenpreis.
  • Abonnement pro Nutzer: typisch für SaaS, etwa eine Monatsgebühr je Mitarbeitendem für Office-Anwendungen.

Die typischen Kostenfallen sind bekannt: Server, die nach einem Test weiterlaufen; zu groß gewählte Maschinen; Speicher, der nie aufgeräumt wird; und Gebühren für Datenabfluss (Egress), wenn große Datenmengen die Cloud wieder verlassen. Angenommen, ein Unternehmen zieht eine Anwendung unverändert in die Cloud, die rund um die Uhr unter Volllast läuft – dann ist die Cloud oft teurer als ein gut ausgelasteter eigener Server. Ihren Preisvorteil spielt sie bei wechselnder Last, bei Diensten, die man selbst nur mit viel Personal betreiben könnte, und bei schnellem Wachstum aus. Aus diesem Grund hat sich eine eigene Disziplin herausgebildet: FinOps, die laufende Steuerung von Cloud-Kosten durch IT, Fachbereich und Controlling gemeinsam.

Vorteile und Nachteile von Cloud Computing im Überblick

Was für die Cloud spricht
  • Tempo: Neue Systeme stehen in Minuten statt Wochen bereit. Für Pilotprojekte, etwa mit KI-Diensten, ist das oft entscheidend.
  • Skalierung: Lastspitzen im Weihnachtsgeschäft oder bei einer Kampagne lassen sich auffangen, ohne Hardware für den Rest des Jahres vorzuhalten. Früher bedeutete ein unerwarteter Ansturm auf den Onlineshop oft, dass die Server in die Knie gingen.
  • Ausfallsicherheit: Daten und Dienste lassen sich auf mehrere Rechenzentren verteilen – ein Niveau, das ein Mittelständler allein kaum erreicht.
  • Ortsunabhängiges Arbeiten: Spätestens seit 2020, als in der Corona-Pandemie viele Büros binnen Tagen ins Homeoffice umzogen, ist sichtbar geworden, wie stark mobiles Arbeiten von Cloud-Diensten abhängt. Unternehmen, die damals schon Cloud-Anwendungen nutzten, kamen deutlich leichter durch diese Phase.
  • Zugang zu neuer Technik: Große Sprachmodelle, Spracherkennung oder Datenanalyse über Milliarden Datensätze werden über die Cloud für Unternehmen nutzbar, die sich die nötige Hardware nie leisten könnten.
Was gegen die Cloud spricht oder Aufmerksamkeit braucht
  • Abhängigkeit vom Anbieter (Lock-in): Je mehr anbieterspezifische Dienste Sie nutzen, desto schwerer wird ein Wechsel.
  • Abhängigkeit vom Netz: Ohne stabile Internetverbindung steht die Arbeit. Für Fabriken und Fahrzeuge ist das oft keine Option – hier kommt Edge Computing ins Spiel, also die Verarbeitung direkt vor Ort (mehr dazu im Beitrag Was ist Edge Computing?).
  • Kostenkontrolle: Variable Kosten sind flexibel, aber schwer vorherzusagen.
  • Rechtliche Fragen: Datenschutz, Zugriff ausländischer Behörden und branchenspezifische Vorgaben verlangen Prüfung und saubere Verträge.
  • Know-how: Der Betrieb in der Cloud verlangt andere Fähigkeiten als der klassische Serverraum – von Identitäts- und Rechteverwaltung bis zur Automatisierung.

Wie sicher ist die Cloud? Sicherheit und Datenschutz im Überblick

Die ehrliche Antwort: Die Rechenzentren der großen Anbieter sind in aller Regel besser geschützt als der Serverschrank eines Mittelständlers – mit Zutrittskontrolle, Notstrom, eigenen Sicherheitsteams und regelmäßigen Prüfungen. Die meisten Sicherheitsvorfälle in der Cloud entstehen nicht durch geknackte Rechenzentren, sondern durch Fehler beim Kunden: öffentlich erreichbare Speicher, schwache Passwörter ohne Mehr-Faktor-Anmeldung, zu großzügig vergebene Rechte.

Dahinter steht das Modell der geteilten Verantwortung (Shared Responsibility): Der Anbieter sichert die Infrastruktur, Sie sichern alles, was Sie darauf betreiben – Konten, Konfiguration, Daten und Anwendungen. Je weiter Sie von IaaS Richtung SaaS gehen, desto mehr übernimmt der Anbieter; für Benutzerkonten und Daten bleiben Sie immer selbst verantwortlich. Bewährte Grundregeln:

  • Eigene Sicherheitsrichtlinien für die Cloud festlegen; Regeln aus dem klassischen Serverbetrieb decken sie selten ab.
  • Mehr-Faktor-Anmeldung für alle Konten verpflichtend machen, Administratorrechte sparsam vergeben.
  • Die Umgebung nach einem anerkannten Rahmenwerk konfigurieren und laufend automatisch prüfen, ob Einstellungen davon abweichen.
  • Eine Sicherheitsarchitektur für die Cloud entwerfen, denn Werkzeuge, Abläufe und benötigte Qualifikationen unterscheiden sich vom Rechenzentrum vor Ort.
  • Infrastruktur als Code beschreiben und vor dem Ausrollen automatisch auf Fehlkonfigurationen prüfen (DevSecOps).
  • Eigene Backups außerhalb der Cloud-Umgebung oder bei einem zweiten Anbieter vorhalten.

Beim Datenschutz gilt für personenbezogene Daten die DSGVO. Der Cloud-Anbieter ist in der Regel Auftragsverarbeiter, Sie brauchen also einen Vertrag nach Artikel 28 DSGVO. Liegen Daten bei einem US-Anbieter oder kann dieser darauf zugreifen, geht es zusätzlich um die Übermittlung in ein Drittland. Seit Juli 2023 gilt dafür der Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission zum EU-US Data Privacy Framework für zertifizierte US-Unternehmen. Er ist politisch umstritten: Eine Klage dagegen wies das Gericht der EU im September 2025 ab, das Rechtsmittel beim Europäischen Gerichtshof ist noch anhängig. Zudem erlaubt der US CLOUD Act US-Behörden unter bestimmten Bedingungen den Zugriff auf Daten, die US-Firmen kontrollieren – auch wenn diese in Frankfurt gespeichert sind. Daher kommt das Interesse an europäischen und „souveränen“ Angeboten. Eine Orientierung bei der Anbieterauswahl gibt der Kriterienkatalog C5 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), seit März 2026 in der Fassung C5:2026; viele Anbieter lassen sich danach prüfen. Neu ist außerdem der EU Data Act, der seit September 2025 gilt und den Wechsel zwischen Cloud-Anbietern erleichtern soll. Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung – bei sensiblen Daten sollten Sie Datenschutzbeauftragte früh einbinden. Wie Sie Cloud-Umgebungen technisch absichern, ist Inhalt des Seminars Cloud-Sicherheit.

Cloud Computing in der Praxis: Beispiele aus Deutschland

Wie verbreitet die Cloud hierzulande ist, zeigen die Erhebungen des Digitalverbands Bitkom: Nach dem Cloud Report 2026 nutzen 86 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland Cloud-Dienste. Einige öffentlich bekannte Beispiele zeigen die Bandbreite:

  • Handel: Die Schwarz Gruppe hat ihre eigene Cloud-Plattform STACKIT zunächst für die eigenen Unternehmen wie Lidl und Kaufland aufgebaut und bietet sie seit 2022 auch anderen Unternehmen und dem öffentlichen Sektor an.
  • Industrie: Volkswagen kündigte 2019 gemeinsam mit AWS eine „Industrial Cloud“ an, die Daten aus den Werken des Konzerns zusammenführen sollte.
  • Verwaltung: Für Bundes- und Landesbehörden entsteht mit Delos Cloud eine souveräne Cloud auf Basis von Microsoft-Technik, betrieben in Deutschland.
  • Software: SAP stellt seine Kunden schrittweise auf Cloud-Angebote um; die reguläre Wartung der SAP Business Suite 7 mit SAP ERP 6.0 endet Ende 2027 (gegen Aufpreis gibt es erweiterte Wartung bis Ende 2030), was viele Mittelständler zu einer Entscheidung über S/4HANA in der Cloud oder im eigenen Rechenzentrum zwingt.

Was Cloud Computing für Ihr Unternehmen bedeutet

Die Frage ist für die meisten Unternehmen nicht mehr, ob sie die Cloud nutzen, sondern wie bewusst. Fast jedes Büro arbeitet bereits mit SaaS-Anwendungen; die eigentliche Entscheidung betrifft die eigenen Fachanwendungen und Daten. Mein Rat: Beginnen Sie nicht mit der Technik, sondern mit einer Bestandsaufnahme. Welche Anwendungen gibt es, welche Daten verarbeiten sie, wie kritisch sind sie? Standardsoftware wandert meist am sinnvollsten als SaaS in die Cloud. Eigene Anwendungen profitieren von PaaS, wenn man sie ohnehin modernisiert. Alte Systeme, die rund um die Uhr gleichmäßig laufen, können im eigenen Rechenzentrum oder bei einem regionalen Dienstleister gut aufgehoben bleiben.

Überschätzt wird der Spareffekt eines reinen Umzugs, unterschätzt werden Rechteverwaltung, Kostenkontrolle und Schulung. Gerade das Know-how entscheidet, ob die Cloud ihre Vorteile ausspielt. Einen strukturierten Einstieg in Begriffe, Modelle und Anbieter bietet das Seminar Cloud Computing.

Häufige Fragen zu Cloud Computing

Was ist der Unterschied zwischen Cloud Computing und Cloud-Speicher?

Cloud-Speicher wie OneDrive, Google Drive oder Dropbox ist nur ein Ausschnitt. Cloud Computing umfasst neben Speicher auch Rechenleistung, Datenbanken, Netzwerke, Entwicklungsplattformen und komplette Anwendungen.

Ist Cloud Computing dasselbe wie das Internet?

Nein. Das Internet ist das Netz, über das die Daten fließen. Cloud Computing ist ein Betriebsmodell für IT, das dieses Netz nutzt, um Ressourcen aus Rechenzentren bereitzustellen.

Darf ich personenbezogene Daten in einer US-Cloud speichern?

Grundsätzlich ja, wenn ein Auftragsverarbeitungsvertrag besteht und eine Rechtsgrundlage für die Drittlandübermittlung vorliegt, etwa der Angemessenheitsbeschluss zum Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln. Ob das im Einzelfall reicht, hängt von der Art der Daten und der Risikobewertung ab.

Welches Servicemodell eignet sich für den Einstieg?

Für die meisten Unternehmen SaaS: Büroanwendungen, CRM oder Buchhaltung aus der Cloud bringen schnell spürbare Entlastung, ohne dass eigenes Cloud-Know-how für den Betrieb nötig ist. IaaS und PaaS lohnen sich, wenn eigene Anwendungen betrieben oder entwickelt werden.

Was ist eine Hybrid Cloud im Unterschied zur Multi-Cloud?

Eine Hybrid Cloud verbindet die Public Cloud mit eigener Infrastruktur oder einer Private Cloud. Eine Multi-Cloud nutzt mehrere Public-Cloud-Anbieter nebeneinander. Viele Unternehmen sind beides zugleich.

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