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CentOS Linux Schulung: Umstieg auf Rocky Linux, AlmaLinux, RHEL

CentOS Linux Einstieg und Umstieg: auf Rocky Linux, AlmaLinux oder RHEL

Dauer: ab 1 Tag | Preis: ab 900 EUR (Netto) | Termin: Ganztägig + halbtägig

Sie verstehen CentOS-Bestandssysteme mit Netzwerk, SELinux, Diensten und Samba, wählen einen Nachfolger wie Rocky Linux, AlmaLinux oder RHEL und ziehen die Server geplant um.

CentOS Linux ist eingestellt – was wird aus den Servern, die noch darauf laufen?

CentOS Linux war jahrelang die kostenlose Wahl für Server, die sich wie Red Hat Enterprise Linux verhalten sollten: Webserver, Dateiablagen, Datenbanken, Herstellersoftware mit RHEL-Zertifizierung. Mit dem Ende von CentOS Linux 8 und zuletzt CentOS Linux 7 gibt es dafür keine Sicherheitsupdates mehr, das Projekt setzt seither auf CentOS Stream. Das Seminar holt Administrator:innen mit CentOS-Beständen dort ab, wo ihre Systeme heute stehen, erklärt, was auf einem CentOS-Server konfiguriert ist, und führt zu einem gepflegten Nachfolger – Rocky Linux, AlmaLinux, RHEL oder CentOS Stream.

Zuerst sortieren wir die Optionen nach Supportzeitraum, Kompatibilität, Kosten und Herstellerfreigaben und vergleichen die Umstiegswege: Neuinstallation mit Datenumzug, In-place-Upgrade über Leapp bzw. ELevate, Konvertierung innerhalb einer Hauptversion. Danach gehen wir die Verwaltung durch, wie sie ein CentOS-Admin kennt, und zeigen jeweils, was sich beim Nachfolger geändert hat – vom Netzwerk ohne ifcfg-Skripte über dnf statt yum bis zu SSH-Voreinstellungen. Dateirechte, Benutzer, Paketgruppen und Zusatzquellen wie EPEL gehören ebenso dazu.

Ein Schwerpunkt ist SELinux, auf vielen Altsystemen abgeschaltet: Sie lesen Kontexte, beheben Verweigerungen mit restorecon, semanage und Booleans und kennzeichnen ein System vor dem Wiedereinschalten neu. Anschließend richten Sie firewalld, einen Webserver mit TLS und Samba-Freigaben samt passenden SELinux-Einstellungen ein, nutzen Cockpit im Browser und klären, wie Fernzugriff auf einen grafischen Desktop heute funktioniert. Die Fehlersuche – Startvorgang, Rettungsmodus, Journal, Systemressourcen und Berichte von Leapp – bildet den Abschluss.

Fedora als Vorlauf des Red-Hat-Umfelds hat ein eigenes Seminar, ebenso Benutzerverwaltung, Härtung und die distributionsübergreifende Installation. Wenn Sie mit einer Liste eigener CentOS-Server kommen, planen wir im Coaching den Umstieg für genau diese Systeme und üben ihn vorher in einer VM.

Ein CentOS-7-Server, der seit Jahren ohne Störung läuft, wirkt stabil – tatsächlich hat er seit dem 30. Juni 2024 keine Sicherheitskorrektur mehr erhalten. Der Wechsel auf Rocky Linux, AlmaLinux oder RHEL ist dabei selten eine Frage der Pakete. Schwierig sind die Dinge, die nirgends dokumentiert sind: Netzwerkkonfiguration in ifcfg-Dateien, iptables-Regeln aus einem Startskript, ein abgeschaltetes SELinux, Cronjobs, die ein Python-2-Skript aufrufen. Ich beginne einen Umstieg deshalb mit einer Inventur der Konfiguration, nicht mit dem Installationsmedium. Wer sie gemacht hat, kann frei wählen, ob er neu installiert oder per Leapp hochzieht.
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CentOS Linux Einstieg und Umstieg: auf Rocky Linux, AlmaLinux oder RHEL

Von CentOS Linux zum Nachfolger: Lage und Optionen
  • Was CentOS Linux war: kostenloser Nachbau von RHEL, verbreitet bis Version 7 und 8
  • Supportende: CentOS Linux 8 Ende 2021, CentOS Linux 7 am 30.06.2024 – keine Sicherheitsupdates mehr
  • CentOS Stream: Vorlauf der nächsten RHEL-Nebenversion statt nachträglicher Nachbau
  • Rocky Linux und AlmaLinux als RHEL-kompatible Gemeinschaftsdistributionen
  • RHEL mit Abonnement, kostenloses Developer-Abonnement und verlängerter Support für Altsysteme
  • Entscheidungskriterien: Supportzeitraum, Herstellerfreigaben, Zertifizierungen, Kosten, Werkzeuge
Umstiegswege und Installation des Nachfolgers
  • Bestandsaufnahme: Pakete, Fremdquellen, Dienste, Cronjobs, geänderte Konfiguration, SELinux-Status
  • Neuinstallation mit Datenumzug als sauberster Weg für CentOS-7-Server
  • In-place-Upgrade über Hauptversionen mit Leapp bzw. ELevate – Voraussetzungen und Grenzen
  • Konvertierung innerhalb einer Hauptversion: migrate2rocky, almalinux-deploy, convert2rhel
  • Nachfolger auf einer virtuellen Maschine installieren: Abbild wählen, Installer Anaconda
  • Installationsmedien erstellen: Boot-, DVD- und Minimal-Abbild auf USB-Stick schreiben
  • Installation auf einer physischen Maschine mit UEFI, Secure Boot und Software-RAID
  • Wiederholbare Installationen mit Kickstart-Datei statt Klickstrecke
Grundlegende Verwaltung: was bleibt, was sich ändert
  • Das Linux-Dateisystem und der Filesystem Hierarchy Standard auf RHEL-Abkömmlingen
  • Netzwerk für einen Server planen: feste Adresse, DNS, Gateway, mehrere Schnittstellen
  • Bestand verstehen: manuelle Konfiguration in ifcfg-Dateien unter CentOS 7
  • Nachfolger: NetworkManager-Keyfiles statt ifcfg, Konfiguration mit nmcli und nmtui
  • Hostname einstellen mit hostnamectl
  • Fernverbindung mit SSH: Dienst, Port, Anmeldung als root und geänderte Voreinstellungen
  • Administrativen Benutzer in der Gruppe wheel mit SSH-Zugang hinzufügen
  • SSH-Schlüssel vom Typ Ed25519 erzeugen und mit ssh-copy-id beim Benutzer hinterlegen
  • Dateien zum und vom Server übertragen mit scp, sftp und rsync
  • Dateiberechtigungen, Eigentümer, umask und Sonderrechte
  • Mit Benutzern und Gruppen arbeiten – Vertiefung im Seminar Benutzerverwaltung
Software: von yum zu dnf
  • Software installieren und aktualisieren mit dnf; yum als Befehl bleibt als Verweis erhalten
  • Pakete nach Gruppen installieren: dnf group list und dnf group install
  • Pakete aus anderen Quellen: EPEL, Herstellerrepositories und deren GPG-Schlüssel
  • Repositories BaseOS und AppStream, Modul-Streams aus älteren Versionen einordnen
  • Altlasten aus CentOS 7 erkennen: Python 2, iptables-Skripte, eingestellte Pakete
Arbeiten mit Security-Enhanced Linux (SELinux)
  • Einführung in SELinux: Mandatory Access Control zusätzlich zu den Dateirechten
  • Zugriffskontrollmechanismen und Richtlinien: targeted-Richtlinie, Typen, Kontexte mit ls -Z
  • Mit SELinux arbeiten: restorecon, semanage fcontext und Booleans mit setsebool -P
  • Verweigerungen auswerten mit ausearch und sealert
  • Statt SELinux zu deaktivieren: permissive für einzelne Domänen; komplett aus nur per Kernelparameter
  • Abgeschaltetes SELinux vor dem Umstieg wieder einschalten und das Dateisystem neu kennzeichnen
Gemeinsame Dienste und Anwendungen
  • Dienste verwalten mit systemctl: Units, Abhängigkeiten und Start beim Booten
  • Firewall mit firewalld einrichten: Zonen, Dienste und Ports mit firewall-cmd
  • Webserver einrichten: Apache httpd oder nginx mit passenden SELinux-Kontexten für Inhalte
  • TLS-Zertifikate für den Webserver beziehen und automatisch erneuern
  • Benutzer-Home-Ordner mit Samba freigeben und den Boolean samba_enable_home_dirs setzen
  • Gruppendateifreigabe mit Samba: Verzeichnisrechte, setgid-Bit und Kontext samba_share_t
  • Samba-Freigabe einbinden mit mount -t cifs und dauerhaft über die /etc/fstab
  • Webkonsole Cockpit: Dienste, Protokolle, Speicher und Updates im Browser verwalten
Verwendung eines Desktops
  • Desktop-Umgebung einrichten: Paketgruppe „Server with GUI“ bzw. „Workstation“
  • GNOME-Desktop erkunden: Aktivitäten, Anwendungen, Einstellungen und Anmeldung
  • Bildschirm gemeinsam nutzen: VNC im CentOS-Bestand, Remote Desktop (RDP) beim Nachfolger
Fehlersuche
  • Der Startvorgang: UEFI, GRUB 2, Kernel, initramfs und systemd-Targets
  • Rettungsmodus und Root-Passwort zurücksetzen mit rd.break
  • Protokolle untersuchen: journalctl, /var/log/messages und /var/log/secure
  • Leapp-Vorabbericht lesen: Inhibitoren beheben, Warnungen bewerten
  • Systemressourcen prüfen und verwalten: top, free, df, du, lsblk
  • Leistungsdaten über Zeit mit sar aus sysstat oder Performance Co-Pilot in Cockpit
Praxisprojekt: Webserver und Samba-Freigaben einer Musikhochschule von CentOS 7 umziehen
  • Inventur der beiden Altserver: Pakete, Freigaben, Firewall-Regeln, Cronjobs und SELinux-Status
  • Zielsystem wählen und begründen: Rocky Linux, AlmaLinux oder RHEL
  • Neuinstallation per Kickstart, Webauftritt und Freigaben für Notenarchiv und Lehrende übertragen
  • SELinux im Modus enforcing, firewalld-Zonen, Abnahmetest und Rückfallplan für den Umschalttag
Lernziele
  • Sie bewerten Rocky Linux, AlmaLinux, RHEL und CentOS Stream als Nachfolger für Ihre CentOS-Systeme
  • Sie wählen zwischen Neuinstallation, Leapp- bzw. ELevate-Upgrade und Konvertierung und planen den Umstieg
  • Sie übertragen Netzwerk-, SSH- und Paketkonfiguration von CentOS 7 auf den Nachfolger
  • Sie betreiben Webserver und Samba-Freigaben mit eingeschaltetem SELinux und firewalld
  • Sie finden Start- und Ressourcenprobleme mit Rettungsmodus, Journal und sar
Zielgruppe
  • Administrator:innen mit CentOS-Linux-7- oder -8-Servern im Bestand
  • IT-Verantwortliche, die über Nachfolger und Supportverträge entscheiden
  • DevOps-Ingenieur:innen, die RHEL-kompatible Systeme übernehmen

*) Die Inhalte werden individuell abgestimmt und mit Praxisbeispielen abgerundet.

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