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Microservices-Design Schulung: Entwurfsmuster bis Saga und Outbox

Microservices-Design: Entwurfsmuster von der Zerlegung bis Saga und Outbox

Dauer: ab 1 Tag | Preis: ab 900 EUR (Netto) | Termin: Ganztägig + halbtägig

Sie wählen für jedes Problem verteilter Systeme das passende Microservices-Entwurfsmuster – von Zerlegung, Gateway und Datenbank je Service über Circuit Breaker und Bulkhead bis Saga und Transactional Outbox – und kennen seine Kosten.

Welches Muster löst Ihr Problem – und welches neue Problem kaufen Sie damit ein?

Microservices-Entwurfsmuster bündeln Erfahrung zu Fragen, die in jedem verteilten System wiederkehren: Wo schneide ich ein System? Wer spricht mit dem Client? Wie bleiben Daten konsistent, wenn jeder Service seine eigene Datenbank hat? Was passiert, wenn ein Nachbardienst hängt? Dieses Seminar behandelt die Muster als Katalog in der Tiefe. Zu jedem Muster klären wir das Problem, die Lösung, die Varianten, die Kosten und die Umsetzung im Code – denn fast jedes Muster zieht ein weiteres nach sich, und genau diese Abhängigkeiten entscheiden, ob eine Architektur trägt.

Der Katalog folgt der Reihenfolge, in der die Fragen im Projekt auftauchen: Zerlegungsmuster nach Domäne, Geschäftsprozess und Transaktionsgrenze, Strangler und Sidecar; Integrationsmuster wie API-Gateway, Prozess-Aggregator und Backend for Frontend; Datenmuster von der Datenbank je Service bis CQRS und asynchroner Ereignisverarbeitung. Zwei Blöcke gehen besonders in die Tiefe: Resilienzmuster mit Timeout, Retry, Circuit Breaker und Bulkhead sowie Konsistenzmuster mit Saga, Transactional Outbox und Inbox. Den Abschluss bilden Betriebsmuster für Logs, Metriken, Tracing, Konfiguration, Service-Entdeckung, Auslieferung und Dokumentation.

Grundbegriffe setzen wir voraus. Wer erst entscheiden will, ob Microservices überhaupt passen, ist im Seminar Microservices Grundlagen besser aufgehoben; die schrittweise Migration eines Altsystems behandelt Vom Monolith zu Microservices, die Dienstkommunikation mit gRPC ein eigenes Java-Seminar. Hier geht es darum, Muster gezielt auszuwählen, zu kombinieren und ihre Nebenwirkungen vorher zu kennen. Die Beispiele zeigen wir in Java mit Spring Boot und Resilience4j; die Konzepte gelten ebenso für .NET, Go oder Node.js.

Muster sind für Coding-Agenten eine gute Sprache, weil sie Verhalten präzise benennen. Claude Code implementiert im Terminal eine Outbox-Tabelle samt Relay und belegt sie mit einem Test, der den Prozess zwischen Commit und Versand abbricht. Eine Resilience4j-Konfiguration muss einen Chaos-Test mit künstlich verlangsamtem Nachbardienst bestehen. Welche Muster ein Team überhaupt einsetzt, steht als Katalog im Repository und begrenzt, was der Agent vorschlägt.

Kein Muster ist kostenlos. Wer die Datenbank je Service einführt, hat sich damit eine Saga oder ein Lesemodell eingehandelt – er weiß es nur noch nicht. In Architektur-Reviews sehe ich selten fehlende Muster, aber oft Muster ohne ihre Begleiter: Events ohne Outbox, Retries ohne Idempotenz, ein Circuit Breaker ohne Fallback. Ich lese einen Musterkatalog deshalb wie einen Beipackzettel: Wirkung und Nebenwirkung gehören auf dieselbe Seite.
Themen und Inhalte für Ihre Beratung, Coaching, Workshop, Training, Schulung und Weiterbildung:

Microservices-Design: Entwurfsmuster von der Zerlegung bis Saga und Outbox

Muster als Arbeitswerkzeug
  • Microservices-Probleme mit Mustern lösen: Problem, Kontext, Lösung, Kosten und Folgemuster
  • Terminologie der Microservices: Service, Instanz, Bounded Context, Vertrag, Ereignis
  • Microservices und Cloud Native: welche Muster Kubernetes und Managed Services bereits mitbringen
  • Anti-Muster erkennen: verteilter Monolith, geschwätzige Services, geteilte Fachbibliothek
  • Die Mustersprache von microservices.io als Landkarte: Musterfamilien und ihre Abhängigkeiten
Zerlegungsmuster
  • Dekomposition eines Systems: Kohäsion, Änderungsrate und Datenhoheit als Schnittkriterien
  • Domänenbasierte Microservices: Subdomänen und Bounded Contexts als Servicegrenze
  • Geschäftsprozessbasierte Microservices: Service je Prozessschritt und die Kopplung, die dabei entsteht
  • Atomare transaktionsbasierte Microservices: was gemeinsam konsistent sein muss, bleibt in einem Service
  • Strangler-Muster: Fassade und schrittweise Umleitung – Migration im Detail im Monolith-Seminar
  • Sidecar-Muster: Querschnittsaufgaben wie TLS, Proxy oder Log-Versand im Begleitcontainer
  • Ambassador und Adapter als Varianten des Sidecars für ausgehende Aufrufe und Formatanpassung
  • Service Mesh als flächendeckender Sidecar mit Envoy – und Istio Ambient ganz ohne Sidecar
Integrations- und Edge-Muster
  • Gateway-Muster: Routing, Authentifizierung und Ratenbegrenzung an einem Einstiegspunkt
  • Gateway-Routing, Gateway-Aggregation und Gateway-Offloading als Teilmuster unterscheiden
  • Prozess-Aggregator-Muster: ein Service ruft mehrere Dienste auf und fasst die Ergebnisse zusammen
  • API Composition für Lesezugriffe: Teilausfälle in der Antwort kennzeichnen statt alles abzubrechen
  • Edge-Muster: Backend for Frontend je Client-Typ und wer es verantwortet
  • Anticorruption Layer: Fremd- und Altsysteme anbinden, ohne deren Modell zu übernehmen
Datenmuster
  • Datenbank für einzelne Dienste: private Tabellen, eigenes Schema oder eigener Datenbankserver
  • Gemeinsam genutzte Service-Datenbank: wann sie vertretbar ist und welche Kopplung sie erzeugt
  • Command Query Responsibility Segregation (CQRS): Schreibmodell, Lesemodell und Projektion
  • Event Sourcing als optionale Ergänzung zu CQRS: Ereignisspeicher, Snapshots, Schemaänderungen
  • Asynchrone Ereignisverarbeitung: Benachrichtigung, Event-Carried State Transfer und Domain Events
  • Idempotente Consumer: Deduplizierung über Nachrichten-IDs bei at-least-once-Zustellung
  • Reihenfolge je Fachschlüssel über Partitionen in Kafka sicherstellen
Konsistenzmuster: Saga und Transactional Outbox
  • Saga per Choreografie: jeder Service reagiert auf das Ereignis des vorherigen Schritts
  • Saga per Orchestrierung: Orchestrator als Zustandsautomat, umgesetzt etwa mit Temporal oder Camunda
  • Kompensationen entwerfen: Storno statt Rollback, kompensierbare, pivotale und wiederholbare Schritte
  • Fehlende Isolation in Sagas: Semantic Lock, kommutative Änderungen und erneutes Lesen
  • Transactional Outbox: Zustandsänderung und Ereignis in derselben lokalen Transaktion speichern
  • Outbox auslesen per Polling Publisher oder Transaction Log Tailing mit Debezium
  • Inbox-Muster auf Empfängerseite gegen doppelte Verarbeitung nach Wiederholungen
Resilienzmuster
  • Timeouts als Grundlage: jede ausgehende Verbindung und jeder Aufruf mit Obergrenze
  • Retry mit exponentiellem Backoff und Jitter – nur für idempotente Operationen
  • Retry-Stürme vermeiden: Wiederholung nur auf einer Ebene der Aufrufkette, Retry-Budget
  • Circuit Breaker: Zustände geschlossen, offen und halb offen, Fehlerrate und Wartezeit einstellen
  • Bulkhead: getrennte Thread- oder Verbindungs-Pools je Abhängigkeit gegen Ressourcenerschöpfung
  • Fallbacks und Graceful Degradation: Cache-Wert, Standardantwort oder abgeschaltete Teilfunktion
  • Rate Limiting und Load Shedding schützen den eigenen Service vor Überlast
  • Umsetzung mit Resilience4j in Java, Polly bzw. Microsoft.Extensions.Http.Resilience in .NET oder als Richtlinie im Service Mesh
Betriebsmuster
  • Protokoll-Aggregationsmuster: strukturierte Logs zentral sammeln und per Korrelations-ID verknüpfen
  • Metriken-Aggregationsmuster: RED- und USE-Methode, Abfrage im Prometheus-Format
  • Tracing-Muster: Trace-Kontext nach W3C mit OpenTelemetry über Services und Broker weiterreichen
  • Health Check API: Liveness-, Readiness- und Startup-Probes richtig trennen
  • Externe Konfiguration: Umgebungsvariablen, ConfigMaps und Secrets getrennt vom Build-Artefakt
  • Service-Entdeckung clientseitig über eine Registry oder serverseitig per DNS und Kubernetes-Service
  • Kontinuierliche Auslieferung je Service: eigene Pipeline, Blue-Green- und Canary-Deployments
  • Unabhängige Releases absichern mit verbrauchergetriebenen Vertragstests
  • Dokumentation: OpenAPI und AsyncAPI je Service, Servicekatalog etwa mit Backstage
  • Musterentscheidungen samt verworfener Alternativen als Architecture Decision Record festhalten
Muster auswählen und kombinieren
  • Folgemuster planen: Datenbank je Service zieht Saga, API Composition oder CQRS nach sich
  • Kosten je Muster vergleichen: zusätzliche Infrastruktur, Betriebsaufwand, Lernkurve im Team
  • Musterkombinationen an Fallbeispielen bewerten: was zusammenpasst und was sich widerspricht
Microservices-Muster mit Claude Code umsetzen
  • Freigegebener Microservices-Musterkatalog des Teams als Projektkontext begrenzt, was der Agent vorschlägt
  • Agent implementiert Outbox-Tabelle und Relay; ein Test bricht den Prozess zwischen Commit und Versand ab
  • Resilience4j-Konfiguration vom Agenten, Abnahme per Chaos-Test mit Toxiproxy und verlangsamtem Nachbardienst
  • Vor dem Code listet der Agent je Saga-Schritt Aktion, Kompensation und Wiederholbarkeit als Tabelle
  • Agent durchsucht den Code nach Aufrufen ohne Timeout und Retries auf nicht idempotenten Endpunkten
Praxisprojekt: Kartenverkauf für einen Konzertveranstalter
  • Platzreservierung, Zahlung und Ticketversand als orchestrierte Saga mit Kompensation
  • Saalplan mit freien Plätzen als CQRS-Lesemodell, Ereignisse über eine Transactional Outbox
  • Zahlungsdienst künstlich verlangsamen und Circuit Breaker, Bulkhead und Fallback messen
  • Ablauf per Tracing nachvollziehen und die gewählten Muster als ADRs begründen
Lernziele
  • Sie beschreiben für jedes behandelte Muster Problem, Lösung, Kosten und Folgemuster
  • Sie wählen Zerlegungs-, Integrations- und Datenmuster für ein gegebenes System begründet aus
  • Sie entwerfen eine Saga mit Kompensationen und sichern den Ereignisversand mit einer Transactional Outbox ab
  • Sie konfigurieren Timeout, Retry, Circuit Breaker und Bulkhead und weisen ihre Wirkung im Test nach
  • Sie legen Betriebsmuster für Logs, Metriken, Tracing, Konfiguration und Service-Entdeckung fest
Zielgruppe
  • Softwarearchitekt:innen, die Muster für verteilte Systeme gezielt auswählen und bewerten
  • Erfahrene Entwickler:innen, die Microservices umsetzen und Resilienz- und Konsistenzmuster im Code verankern
  • Tech Leads, die Architekturentscheidungen in Reviews nachvollziehbar machen wollen

*) Die Inhalte werden individuell abgestimmt und mit Praxisbeispielen abgerundet.

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