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Domain-Driven Design (DDD) Schulung: Event Storming, Contexts

Domain-Driven Design (DDD): Fachmodelle, Event Storming, Bounded Contexts

Dauer: ab 1 Tag (8 UE) | Preis: ab 900 EUR (netto) | Live online oder vor Ort | Termin nach Vereinbarung

Sie modellieren eine komplexe Fachdomäne gemeinsam mit dem Fachbereich, schneiden daraus Bounded Contexts und setzen Aggregate, Value Objects und Domain Events so um, dass Fachsprache und Code übereinstimmen.

Gesamtpreis für bis zu 3 Teilnehmende · Unverbindliche Anfrage · Keine Vorkasse

Wie wird aus dem Wissen des Fachbereichs ein Modell, das im Code weiterlebt?

Domain-Driven Design richtet Software an der Fachlichkeit aus: Entwicklung und Fachexpert:innen erarbeiten gemeinsam ein Modell der Domäne, verwenden dafür dieselben Begriffe und grenzen ab, wo ein Begriff welche Bedeutung hat. So entstehen Systeme, deren Struktur die Geschäftsprozesse widerspiegelt – und die sich ändern lassen, wenn sich das Geschäft ändert. Gerade bei Versicherungen, Logistik, Banken oder Verwaltungen, wo die Fachregeln komplizierter sind als die Technik, entscheidet das über die Wartbarkeit. Ein „Vertrag“ im Vertrieb ist nicht derselbe „Vertrag“ wie in der Schadenregulierung; DDD macht solche Unterschiede sichtbar, statt sie in einem überladenen Datenmodell zu verstecken.

Wir beginnen mit dem strategischen Design: Subdomänen nach Core, Supporting und Generic einordnen, Bounded Contexts abgrenzen, eine Ubiquitous Language pflegen und die Beziehungen zwischen Kontexten in einer Context Map festhalten. Ein ganzer Block gehört dem Event Storming – vom Big-Picture-Format mit dem Fachbereich bis zum Software-Design-Format, aus dem Aggregate und Commands hervorgehen. Ergänzend lernen Sie Domain Storytelling kennen. Im taktischen Teil setzen Sie Entities, Value Objects, Aggregate, Repositories und Domain Services in Java um, eingebettet in eine hexagonale Architektur, und testen die Fachregeln ohne Datenbank.

Danach geht es um die Folgen für die Gesamtarchitektur: wann ein Bounded Context ein eigener Service wird und wann er besser als Modul in einem modularen Monolithen bleibt, wie Kontexte über Integration Events zusammenarbeiten, wann Orchestrierung und wann Choreografie passt und in welchen Fällen CQRS und Event Sourcing ihren Aufwand rechtfertigen. Zum Abschluss besprechen wir, wie Sie DDD in einer Organisation einführen, ohne in Musterbegriffen zu ertrinken.

Wer mit Coding-Agenten arbeitet, merkt schnell: Ein Agent übernimmt die Begriffe, die er im Repository vorfindet – auch die falschen. Wir legen deshalb das Glossar der Ubiquitous Language und die Context Map als Dateien neben den Code und lassen GitHub Copilot im Agent-Modus von VS Code Aggregate erst implementieren, nachdem die Invarianten als Tests feststehen. Die Modulgrenzen prüft nach jeder Änderung ein Spring-Modulith-Test, damit kein Kontext unbemerkt in einen anderen hineingreift.

Als durchgehendes Beispiel dient die Schadenregulierung einer Hausratversicherung, von der Schadenmeldung bis zur Auszahlung. Die Gruppe sollte Grundkenntnisse in einer objektorientierten Sprache mitbringen; Product Owner und Business Analyst:innen arbeiten vor allem im Event Storming und am strategischen Design mit. Bringen Sie eine eigene Domäne mit, modellieren wir sie am zweiten Tag parallel zum Versicherungsfall.

Schiefe Domänenmodelle beginnen nach meiner Erfahrung fast immer mit einem Wort, das zwei Bedeutungen hat und von niemandem hinterfragt wurde. „Kunde“ heißt im Vertrieb etwas anderes als in der Buchhaltung – und wer beides in eine Klasse zwingt, baut sich ein Objekt mit sechzig Feldern, das jede Abteilung fürchtet. Ein Bounded Context ist zuerst eine sprachliche Grenze und erst danach eine technische. Deshalb gehören die Fachleute ans Event-Storming-Board und nicht nur in die Abnahme.

Was Sie danach können

  • Sie ordnen Subdomänen nach Core, Supporting und Generic ein und begründen, wo Eigenentwicklung lohnt.
  • Sie grenzen Bounded Contexts ab und beschreiben ihre Beziehungen in einer Context Map.
  • Sie moderieren ein Event Storming und leiten daraus Kontexte, Aggregate und Domain Events ab.
  • Sie entwerfen Aggregate mit klaren Invarianten und setzen Entities, Value Objects und Repositories um.
  • Sie entscheiden begründet, ob ein Bounded Context als Modul oder als eigener Service umgesetzt wird.
  • Sie bewerten, ob CQRS und Event Sourcing für einen Kontext angemessen sind.

Zielgruppe und Voraussetzungen

  • Softwarearchitekt:innen und Entwickler:innen, die Systeme mit komplexer Fachlogik entwerfen
  • Product Owner und Business Analyst:innen, die Fachwissen in die Modellierung einbringen
  • Technische Leitungen, die eine Neuausrichtung entlang fachlicher Grenzen planen
Themen und Inhalte für Ihre Beratung, Coaching, Workshop, Training, Schulung und Weiterbildung:

Domain-Driven Design (DDD): Fachmodelle, Event Storming, Bounded Contexts

Einführung in Domain-Driven Design
  • Was Domain-Driven Design ist: Software entlang des fachlichen Modells strukturieren
  • Herkunft des Ansatzes: Eric Evans' Buch von 2003, Vaughn Vernon und die DDD-Community
  • Philosophie: Fachexpert:innen und Entwicklung arbeiten fortlaufend am selben Modell
  • Unterschied zum datenbankgetriebenen Entwurf und zum reinen Schichtenmodell
  • Wann sich der Aufwand lohnt: komplexe Fachregeln statt reiner Datenpflege
  • DDD in Scrum und Kanban: Modellierung als laufende Arbeit im Backlog, nicht als Vorphase
Strategisches Design
  • Problemraum und Lösungsraum: Domäne, Subdomänen und ihre Domänenmodelle
  • Core, Supporting und Generic Subdomain: wo Eigenentwicklung lohnt, wo Standardsoftware reicht
  • Bounded Context als Geltungsbereich eines Modells und seiner Begriffe
  • Kontextgrenzen finden: Bedeutungswechsel von Begriffen, Änderungsrate, Zuständigkeit
  • Ubiquitous Language: Glossar pflegen, Begriffe im Code verwenden, Sprachbrüche aufdecken
  • Context Mapping: Partnership, Shared Kernel, Customer/Supplier und Conformist
  • Das eigene Modell schützen: Anticorruption Layer, Open Host Service, Published Language
Taktisches Design
  • Entities mit Identität und Lebenszyklus, Value Objects als unveränderliche Werte
  • Aggregate und Aggregate Root: Invarianten schützen, eine Transaktion je Aggregat
  • Aggregate klein halten: andere Aggregate nur über ihre ID referenzieren
  • Domain Services für Fachlogik, die zu keinem einzelnen Objekt gehört
  • Repositories: Aggregate laden und speichern, Persistenztechnik hinter einer Schnittstelle
  • Factories für aufwendige Erzeugung, Application Services als dünne Steuerungsschicht
  • Domain Events im Modell: fachlich bedeutsame Vorgänge in der Vergangenheitsform
  • Umsetzung in Java: Value Objects als Records, Aggregate mit Fachmethoden statt Settern
  • Hexagonale Architektur (Ports and Adapters) als Rahmen um das Domänenmodell
  • Fachregeln als Unit-Tests ohne Datenbank und Framework prüfen
  • Anämisches Domänenmodell erkennen und Verhalten aus Services zurück ins Modell holen
Event Storming – Komplexität sichtbar machen
  • Ziel und Formate: Big Picture, Process Modelling und Software Design Event Storming
  • Ablauf: freie Sammlung, Zeitleiste ordnen, Hotspots und Pivotal Events markieren
  • Rollen: Moderation, Fachexpert:innen, Entwicklung – und wer nicht fehlen darf
  • Raum, Papierbahn und Haftnotizen vor Ort; Remote-Variante auf einem digitalen Whiteboard
  • Farbcode der Bausteine: Domain Event, Command, Policy, Aggregate, Read Model
  • Akteure, externe Systeme und offene Fragen auf dem Board kennzeichnen
  • Vom Board zur Architektur: Kontextgrenzen, Aggregate und Events ableiten
  • Domain Storytelling mit Egon.io als Ergänzung für Abläufe aus Sicht der Beteiligten
Bounded Contexts und Microservices
  • Wann Microservices sinnvoll sind – und wann ein Kontext als Modul im Monolithen besser bleibt
  • Ein Kontext, ein Service? Zuschnitte von eins zu eins bis mehrere Services je Kontext
  • Zusammenarbeit der Kontexte über Integration Events statt über eine geteilte Datenbank
  • Published Language als versioniertes Schema, z. B. mit JSON Schema oder Avro
  • Antimuster: Entity-Services, ein zentrales Kundenmodell für alle, lange Aufrufketten
Architekturformen im Vergleich
  • Monolith, modularer Monolith mit einem Modul je Kontext und verteiltes System
  • Modulgrenzen im Monolithen durchsetzen, z. B. mit Spring Modulith oder ArchUnit
  • Orchestrierung über Prozessmanager oder Workflow-Engine, Choreografie über Events
  • Reaktive, ereignisgetriebene Abläufe gegenüber deklarativ modellierten Prozessen mit BPMN
  • CQRS: getrennte Schreib- und Lesemodelle innerhalb eines Bounded Context
  • Event Sourcing: Zustand aus dem Ereignisstrom, Projektionen, Snapshots, Versionierung von Events
  • Wann CQRS und Event Sourcing ihren Aufwand nicht rechtfertigen
DDD im Unternehmen einführen
  • Modellierungshilfen der DDD Crew: Bounded Context Canvas und Aggregate Design Canvas
  • Kontextkarten als Diagramm oder als Text mit der Context-Mapper-DSL pflegen
  • Typische Hürden: kein Zugang zu Fachexpert:innen, Altdatenmodelle, Termindruck
  • Einführung schrittweise: mit einer Kernsubdomäne beginnen und Ergebnisse zeigen
  • Teamzuschnitt nach Kontexten: klare Zuständigkeit für Modell, Code und Daten
  • Stolperfallen: Musterbegriffe ohne Fachgespräch, taktische Muster überall, Riesen-Aggregate
  • Entscheidungen zum Kontextschnitt mit Begründung als ADR festhalten
Domain-Driven Design mit Coding-Agenten
  • Glossar der Ubiquitous Language als Datei, aus der der Agent Klassen-, Methoden- und Event-Namen nimmt
  • Fotos oder Exporte des Event-Storming-Boards vom Agenten in Events, Commands und Policies übertragen lassen
  • Invarianten eines Aggregats zuerst als Tests festlegen, die Implementierung schreibt der Agent danach
  • ApplicationModules.verify() von Spring Modulith nach jeder Agentenänderung als Grenzprüfung ausführen
  • Agent sucht Sprachbrüche zwischen Glossar und Code sowie Setter, die Fachregeln umgehen
Praxisprojekt: Schadenregulierung einer Hausratversicherung
  • Big-Picture-Event-Storming von der Schadenmeldung bis zur Auszahlung durchführen
  • Subdomänen einordnen und Context Map mit Schadenaufnahme, Prüfung, Regulierung und Zahlung zeichnen
  • Aggregat „Schadenfall“ mit Invarianten, Value Objects und Domain Events in Java umsetzen
  • Anbindung der Zahlung über ein Integration Event und einen Anticorruption Layer zum Altsystem

*) Die Inhalte werden individuell abgestimmt und mit Praxisbeispielen abgerundet.

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Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V.

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2. Angebot abstimmen: Inhalte, Format (live online oder vor Ort), Dauer und Preis legen wir gemeinsam fest.

3. Schulung durchführen: Sie arbeiten an Übungen aus Ihrem Alltag oder an einem neutralen Beispiel und nehmen konkrete nächste Schritte mit.

Häufige Fragen zur Schulung

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Die 900 EUR netto sind der niedrigste Gesamtpreis für eine firmeninterne Veranstaltung mit bis zu drei Teilnehmenden. Größere Gruppen und einen anderen Umfang bieten wir individuell an. Der verbindliche Preis steht in Ihrem Angebot.

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Ja. Welche Aufgaben sich eignen, welche Zugänge nötig sind und wie wir die Vertraulichkeit sichern, klären wir im Vorgespräch. Alternativ arbeiten wir an einem neutralen Beispiel.

Ist die Anfrage schon eine Buchung?

Nein. Sie erhalten zuerst ein abgestimmtes Angebot und entscheiden dann über die Beauftragung. Eine Vorkasse gibt es nicht.

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