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Maschinelles Lernen in Apps: Workshop für iOS und Android

Maschinelles Lernen (ML) für Apps – Praxis: Cloud-Dienst oder On-Device?

Dauer: ab 1 Tag | Preis: ab 900 EUR (Netto) | Termin: Ganztägig + halbtägig

Sie binden Sprach-, Text-, Gesichts- und Bilderkennung in mobilen Anwendungen für iOS und Android ein und entscheiden begründet, ob ein Modell in der Cloud oder direkt auf dem Gerät läuft.

Läuft die Bilderkennung Ihrer App auf dem Smartphone oder im Rechenzentrum?

ML in Apps bedeutet heute vor allem Einbinden statt Erfinden: Texterkennung im Kamerabild, Gesichtserkennung für Fotofunktionen, Sprachverstehen oder eine Zusammenfassung durch ein Sprachmodell lassen sich mit fertigen Diensten und Modellen in wenigen Tagen umsetzen. Die eigentliche Arbeit liegt in der Architekturfrage: Cloud-Dienste wie Azure AI oder Firebase AI Logic gegen On-Device-Modelle mit Core ML, den Apple Foundation Models, ML Kit oder LiteRT. Davon hängen Datenschutz, Offline-Fähigkeit, Antwortzeit, App-Größe und laufende Kosten ab.

Nach einer kompakten Einführung in Modelle, Training und Inferenz arbeiten Sie beide Wege praktisch durch. Auf der Serverseite rufen Sie Sprach- und Bilddienste der Foundry Tools aus einer App auf, trainieren ein eigenes Modell in Azure Machine Learning und stellen es als Endpunkt bereit; mit Firebase AI Logic sprechen Sie Gemini-Modelle an, ohne einen eigenen Server zu betreiben. Auf dem Gerät nutzen Sie unter iOS die Frameworks Vision und Natural Language, trainieren mit Create ML ein Bildklassifikationsmodell und erzeugen mit den Foundation Models strukturierte Ausgaben. Unter Android kommen ML Kit für Text-, Barcode- und Gesichtserkennung sowie LiteRT für eigene Modelle zum Einsatz. Wie man ein in PyTorch trainiertes Modell mit coremltools oder für LiteRT konvertiert, quantisiert und auf dem Gerät vermisst, gehört ebenso dazu.

Der frühere Teil zu IBM Watson entfällt: Watson Visual Recognition wurde eingestellt, und die heutigen IBM-Angebote zielen auf Unternehmens-KI statt auf App-Funktionen. Die Grundidee bleibt im Kurs erhalten – ein Cloud-Dienst mit eigenem Modell, das die App über eine Schnittstelle nutzt – und wird mit Azure und Firebase umgesetzt.

Mobile ML-Projekte haben eine Eigenheit, die beim Einsatz von Coding-Agenten auffällt: Der Agent schreibt Konvertierungsskripte und Einbindungscode zuverlässig, kann aber weder Latenz auf einem echten Gerät messen noch beurteilen, ob ein Bild die App verlassen darf. Mit Gemini in Android Studio und dem Coding-Assistenten in Xcode üben Sie, Messwerte und Netzwerkzugriffe als feste Prüfschritte vorzugeben.

Sie bringen Erfahrung mit Swift oder Kotlin mit; App-Grundlagen setzen wir voraus, wer Modelle selbst von Grund auf trainieren möchte, findet das im Seminar „Maschinelles Lernen mit Python“. Die Übungen laufen wahlweise auf iPhone oder Android-Gerät, eigene Geräte sind ausdrücklich willkommen.

In fast jedem App-Projekt mit ML wird zuerst gefragt, welches Modell das beste ist. Die bessere erste Frage lautet: Darf dieses Foto, diese Sprachaufnahme, dieser Text das Gerät überhaupt verlassen? Wer die Datenschutzfrage zuerst beantwortet, hat die Architektur meist schon halb entschieden. Seit Smartphones eigene Sprachmodelle mitbringen, ist On-Device keine Notlösung mehr, sondern oft die schnellere, günstigere und rechtlich einfachere Variante – die Cloud bleibt für alles, was das Gerät überfordert.
Themen und Inhalte für Ihre Beratung, Coaching, Workshop, Training, Schulung und Weiterbildung:

Maschinelles Lernen (ML) für Apps – Praxis: Cloud-Dienst oder On-Device?

Einführung: ML in mobilen Anwendungen
  • Maschinelles Lernen in mobilen Anwendungen: Kamera, Mikrofon, Text und Sensoren als Datenquelle
  • Was Sie über mobiles ML wissen sollten: Rechenleistung, Akku, Speicher und Modellgröße
  • Neural Engine, GPU und NPU: Hardwarebeschleunigung auf aktuellen iPhones und Android-Geräten
Grundbegriffe für App-Entwickler:innen
  • Was ist maschinelles Lernen? Aus Beispieldaten ein Modell ableiten statt Regeln zu schreiben
  • Erforderliche Konzepte: Merkmale, Label, Training, Inferenz, Konfidenzwert
  • Ein Modell trainieren: Trainings- und Testdaten, Überanpassung, Genauigkeit im Feld
  • Maschinelles Lernen versus Deep Learning und große Sprachmodelle: Einordnung für Apps
  • Was kann ich mit ML tun? Klassifikation, Objekterkennung, OCR, Sprache, Zusammenfassung
  • Serverseitiges versus clientseitiges ML: Datenfluss, Latenz, Offline-Betrieb, Kosten
  • ML-Frameworks im Überblick: Core ML, Foundation Models, ML Kit, LiteRT, ONNX Runtime
Cloud-Modell: Azure AI und Azure Machine Learning
  • Foundry Tools (früher Azure AI Services) und Azure Machine Learning im Überblick: fertige Dienste gegen eigenes Modell
  • Natürliche Sprache verstehen mit Azure Language: Entitäten und Sprache erkennen, Stimmung als bestehende Funktion
  • Visuelle Erkennung in der Cloud mit Azure Vision Image Analysis – abgekündigt, Abschaltung am 25.09.2028
  • Nachfolger: Document Intelligence (Text), Face API, Content Understanding (Vorschau) oder GPT-Modelle in Foundry
  • Benutzerdefiniertes Modell erstellen: gelabelte Daten und AutoML in Azure Machine Learning
  • Eigenes Modell trainieren und als verwalteten Online-Endpunkt bereitstellen
  • Client-Anwendung ausführen: REST-Aufruf aus Swift und Kotlin, Fehler und Zeitüberschreitungen
  • Schlüssel nie in der App: Aufrufe über ein eigenes Backend oder kurzlebige Token
Cloud-Modell: Firebase AI Logic und Gemini
  • Firebase AI Logic einrichten: Gemini-Modelle direkt aus iOS- und Android-Apps aufrufen
  • Multimodale Anfragen: Bild und Text gemeinsam senden, strukturierte JSON-Antworten erzwingen
  • Missbrauch verhindern mit Firebase App Check, Kontingenten und Kostenalarmen
  • Hybride Inferenz (experimentell): Anfrage auf dem Gerät beantworten, Cloud nur als Rückfallebene
On-Device unter iOS: Core ML, Vision und Foundation Models
  • Core ML im Überblick: Modellformat, Xcode-Vorschau, Ausführung auf CPU, GPU und Neural Engine
  • Natürliche Sprache verstehen mit dem Natural-Language-Framework: Sprache, Stimmung, Entitäten
  • Visuelle Erkennung mit dem Vision-Framework: Texterkennung, Gesichter, Barcodes, Klassifikation
  • Benutzerdefiniertes Modell mit Create ML erstellen: Bild-, Text- und Tabellenklassifikation
  • Modell trainieren, in Xcode einbinden und per Hintergrund-Download aktualisieren
  • Client-Anwendung ausführen: Kamerabild mit VNCoreMLRequest live auswerten
  • Apple Foundation Models: Sprachmodell auf dem Gerät mit LanguageModelSession nutzen
  • Strukturierte Ausgaben mit @Generable und eigene Tools für das Sprachmodell
  • Verfügbarkeit prüfen: Apple Intelligence aktiviert, Gerät unterstützt, Fallback einplanen
On-Device unter Android: ML Kit und LiteRT
  • ML Kit: Texterkennung, Gesichtserkennung, Barcodes und Sprachidentifikation ohne eigenes Modell
  • ML-Kit-GenAI-Funktionen (Beta) mit Gemini Nano: Zusammenfassen und Umformulieren auf unterstützten Geräten
  • LiteRT (früher TensorFlow Lite): eigenes Modell laden, Delegates für GPU und NPU nutzen
  • MediaPipe Tasks für Bildklassifikation, Objekterkennung und Handgesten
Modelle konvertieren, verkleinern und messen
  • PyTorch-Modell mit coremltools in das Core-ML-Format überführen
  • Modell für LiteRT exportieren und Ausgaben gegen das Originalmodell vergleichen
  • Quantisierung und Palettisierung: Größe und Geschwindigkeit gegen Genauigkeit abwägen
  • Leistung auf echten Geräten messen: Core-ML-Bericht in Xcode, Profiler in Android Studio
Die Möglichkeiten verstehen und entscheiden
  • Unterschiedliche Philosophien der Anbieter: Apple On-Device zuerst, Google hybrid, Microsoft Cloud
  • Warum clientseitig versus serverseitig: Datenschutz, DSGVO, Offline-Fähigkeit, Kosten je Anfrage
  • Wann welche Lösung passt: Entscheidungsmatrix aus Datenart, Modellgröße und Gerätebasis
  • Datenschutz in der App: Privacy Manifest, Data-Safety-Angaben und Einwilligung
ML in Apps mit Coding-Agenten umsetzen
  • Agent schreibt Konvertierungsskript; Testbilder prüfen Abweichung zum PyTorch-Original
  • Modelldateien (.mlpackage, .tflite) bleiben tabu, Herkunft und Lizenz prüft ein Mensch
  • Latenz und Speicher misst nicht der Agent: Messwerte vom Gerät als Abnahmekriterium vorgeben
  • Jeder neue Netzwerkaufruf im ML-Code wird geprüft: Verlässt ein Bild oder Text das Gerät?
  • Agent erzeugt @Generable-Typen und Unit-Tests für die Fallback-Logik ohne Sprachmodell
Praxisprojekt: Belegscanner für Reisekosten
  • Beleg mit Vision bzw. ML Kit erfassen, Betrag, Datum und Händler auf dem Gerät erkennen
  • Kategorie per On-Device-Sprachmodell vorschlagen, Cloud-Abfrage nur nach Einwilligung
  • Genauigkeit, Antwortzeit und Datenfluss beider Varianten vergleichen und dokumentieren
Lernziele
  • Sie entscheiden anhand von Datenschutz, Latenz, Offline-Bedarf und Kosten, ob eine ML-Funktion in der Cloud oder auf dem Gerät läuft
  • Sie binden Text-, Bild- und Gesichtserkennung mit Vision, Natural Language und ML Kit in eine App ein
  • Sie rufen Azure AI und Firebase AI Logic sicher aus einer App auf, ohne Schlüssel im App-Paket
  • Sie nutzen die Apple Foundation Models mit strukturierten Ausgaben und planen einen Fallback ein
  • Sie konvertieren ein PyTorch-Modell für Core ML oder LiteRT, quantisieren es und messen es auf dem Gerät
Zielgruppe
  • App-Entwickler:innen für iOS mit Swift und SwiftUI
  • App-Entwickler:innen für Android mit Kotlin
  • Technische Projektleitungen, die über Cloud- oder On-Device-Architektur für ML-Funktionen entscheiden

*) Die Inhalte werden individuell abgestimmt und mit Praxisbeispielen abgerundet.

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