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Software-Versionskontrolle: Beratung zum Umstieg nach Git

Software-Versionskontrolle: Systeme im Vergleich und Umstieg nach Git

Dauer: ab 1 Tag | Preis: ab 900 EUR (Netto) | Termin: Ganztägig + halbtägig

Sie vergleichen Git, Azure Repos, Subversion, Perforce und Mercurial nach Modell und Einsatzzweck und planen den Umstieg nach Git mit übernommener Historie, Git LFS für große Binärdateien und einer tragfähigen Repository-Struktur.

Subversion, TFVC oder Perforce im Bestand – wann lohnt der Umstieg auf Git?

Software-Versionskontrolle hält fest, wer wann was geändert hat, und erlaubt es einem Team, parallel zu arbeiten und jeden früheren Stand wiederherzustellen. Viele Unternehmen betreiben dafür noch Subversion, Team Foundation Version Control (TFVC) in Azure DevOps, Perforce oder Mercurial – oft seit über zehn Jahren, mit Build-Skripten, Rechtekonzepten und Gewohnheiten, die an genau diesem System hängen. Dieses Seminar stellt die Systeme nebeneinander und zeigt für jedes, wie der Weg nach Git aussieht und wo ein Wechsel nicht sinnvoll ist.

Zuerst klären Sie die Konzepte, in denen sich die Systeme unterscheiden: zentraler Server oder vollständige Kopie, fortlaufende Revisionsnummern oder Hashes, Verzeichniskopien, Streams oder leichte Zeiger als Branches, Sperren oder Mergen. Danach folgt die bewährte Gliederung nach System – Git, Azure Repos, Subversion, Perforce und Mercurial –, jeweils mit Aufbau, Repository-Anlage, Grundbefehlen, Rücknahme früherer Versionen sowie Verzweigen und Zusammenführen. Direkt im Anschluss an jedes System steht dessen Migrationspfad: Autorenzuordnung, Übernahme der Historie mit den passenden Konvertern, Abbildung von Branches, Tags und Ignorier-Regeln. Zwei eigene Kapitel behandeln große Binärdateien mit Git LFS und die Frage, ob nach der Migration ein Monorepo oder mehrere Repositories entstehen sollen. Eine Git-Grundausbildung ist nicht Teil des Seminars; dafür gibt es „Git Grundlagen“ und „Git für Einsteiger“.

Migrationen bestehen zu einem großen Teil aus Skripten, die mehrmals laufen müssen: Autorendateien, Konvertierungsläufe, Vergleiche zwischen altem und neuem Stand, angepasste Build-Skripte. Diese Fleißarbeit kann ein Coding-Agent übernehmen. Für .NET-Teams mit TFVC-Beständen bietet sich der Agentenmodus von GitHub Copilot in Visual Studio an. Entscheidend ist der Rahmen: Der Agent bekommt nur Lesezugriff auf das Altsystem, jeder Probelauf schreibt in ein frisches Ziel-Repository, und ein Abnahmeskript prüft Tag für Tag, ob die Dateibäume übereinstimmen.

Wir beginnen mit einer kurzen Bestandsaufnahme Ihrer Repositories: Größe, Anzahl der Branches, Anteil an Binärdateien und angebundene Werkzeuge. Daraus ergibt sich, welches der Systeme wir vertiefen und welches nur im Überblick vorkommt. Am Ende steht ein Migrationsplan mit Probelauf, Stichtag und Abnahmekriterien, den Ihr Team anschließend umsetzen kann.

Bei fast jeder Migration nach Git fragt jemand, ob man die gesamte Historie wirklich mitnehmen muss. Meine Erfahrung: Die Historie ist selten das Problem. Schwierig werden die 4-GB-Grafikordner, die Build-Skripte, die eine fortlaufende Revisionsnummer erwarten, und die Gewohnheit, Dateien vor dem Bearbeiten zu sperren. Wer diese drei Punkte vor dem Stichtag klärt, hat die Migration zu großen Teilen geschafft. Und wer sie ignoriert, betreibt ein Jahr später zwei Systeme parallel, weil das Grafikteam nie umgezogen ist.
Themen und Inhalte für Ihre Beratung, Coaching, Workshop, Training, Schulung und Weiterbildung:

Software-Versionskontrolle: Systeme im Vergleich und Umstieg nach Git

Konzepte der Software-Versionskontrolle
  • Wozu Versionskontrolle dient: Nachvollziehbarkeit, Wiederherstellung, parallele Arbeit
  • Zentrale und verteilte Systeme: Server als einzige Quelle oder vollständige Kopie bei jedem Clone
  • Was ein Repository enthält: Revisionen, Changesets bzw. Commits und ihre Kennungen je System
  • Wie ein Repository arbeitet: Arbeitskopie, Checkout, Commit, Update bzw. Pull
  • Dateien hinzufügen, entfernen und ignorieren: svn:ignore, .tfignore, .p4ignore, .hgignore
  • Verzweigen und Zusammenführen: Verzeichniskopie, Stream, benannter Branch oder leichter Zeiger
  • Sperren statt Mergen: exklusives Auschecken für Dateien, die sich nicht zusammenführen lassen
  • Fehler korrigieren: Rücknahme als neue Revision statt Löschen aus der Historie
  • Konflikte erkennen und lösen: was die Systeme unterschiedlich gut automatisch zusammenführen
Git – das Zielsystem im Überblick
  • Wie Git sich von den anderen Systemen unterscheidet: komplette Historie lokal, Commit-Hash statt Revisionsnummer
  • Repositories anlegen oder klonen; ein Bare-Repository als zentrales Ziel der Migration
  • Befehle für Umsteiger: Subversion- und Git-Befehle in einer Tabelle gegenübergestellt
  • Zu früheren Versionen zurück: git revert für geteilte Historie, git restore für einzelne Dateien
  • Verzweigen in Git: warum Teams nach dem Umstieg häufiger und kurzlebiger verzweigen
  • Grafische Clients und IDE-Integration: VS Code, Visual Studio, JetBrains-IDEs, TortoiseGit für Tortoise-Umsteiger
  • GitHub, GitLab, Bitbucket und Azure Repos als Ziel für migrierte Repositories
Azure Repos: Git, TFVC und der Weg nach Git
  • Wie Azure Repos funktionieren: Git-Repositories und TFVC im selben Azure-DevOps-Projekt
  • Das TFVC-Modell: Workspaces, ausstehende Änderungen, Changesets und Shelvesets
  • Repositories in Azure DevOps anlegen: Git als Vorgabe, TFVC nur noch für Bestände
  • Dateien hinzufügen und entfernen in TFVC und Git im Vergleich, .tfignore gegenüber .gitignore
  • Branch-Richtlinien in Azure Repos: Pull Requests, Build-Validierung und Mindestzahl an Reviewer:innen
  • Import-Funktion von Azure Repos: TFVC nach Git mit begrenzter Historie
  • Vollständige Historie mit git-tfs übernehmen, wenn sie gebraucht wird – das Werkzeug wird nicht mehr aktiv gepflegt
  • TFVC-Ordnerbranches auf Git-Branches abbilden – und welche besser im Archiv bleiben
  • Builds und Pipelines von TFVC-Pfadfiltern auf Git-Trigger umstellen
Subversion und der Umstieg nach Git
  • Wie Subversion funktioniert: zentraler Server, fortlaufende Revisionsnummern, Arbeitskopie
  • Repositories mit svnadmin create anlegen, Konvention trunk, branches, tags
  • Dateien mit svn add und svn delete verwalten, Eigenschaften wie svn:ignore setzen
  • Zu früheren Versionen: svn revert lokal, svn merge -c -<rev> für bereits committete Änderungen
  • Verzweigen mit svn copy, Zusammenführen mit Merge-Tracking über svn:mergeinfo
  • Teil-Checkouts einzelner Verzeichnisse und svn:externals: was Git anders löst
  • Autorendatei: Subversion-Benutzernamen auf Namen und E-Mail-Adressen abbilden
  • Migration mit git svn clone --stdlayout für kleine und mittlere Repositories
  • Große oder unregelmäßig aufgebaute Repositories mit Regeldateien in svn-all-fast-export konvertieren
  • SVN-Tags als echte Git-Tags anlegen, svn:ignore in .gitignore und svn:externals in Submodule übersetzen
  • Übergang planen: Altsystem einfrieren und nur noch lesend anbieten statt Parallelbetrieb
Perforce P4 (früher Helix Core) und der Weg nach Git
  • Wie P4 funktioniert: Server mit Depots, Workspaces als Client-Spezifikation, Changelists
  • Repositories in P4 anlegen: Depots und Streams für Mainline, Entwicklung und Release
  • Grundlegende Befehle: p4 sync, p4 edit, p4 add, p4 submit und der grafische Client P4V
  • Zu früheren Versionen: Changelists mit p4 undo zurücknehmen, Dateien mit p4 revert verwerfen
  • Verzweigen und Zusammenführen zwischen Streams mit p4 merge, p4 copy und p4 integrate
  • Exklusive Sperren für Binärdateien und warum Spieleentwicklung oft bei Perforce bleibt
  • git p4 clone für einzelne Depot-Pfade, Historie ab einer gewählten Changelist
  • Wann ein Schnitt ohne Historie besser ist: letzter Stand nach Git, Depot lesend archivieren
  • Große Assets in Git LFS auslagern oder bewusst hybrid bei Perforce lassen
  • Sperren nachbilden mit dem Attribut lockable und git lfs lock
Mercurial und die Konvertierung nach Git
  • Wie Mercurial funktioniert: verteilt wie Git, Changesets mit lokaler Nummer und globalem Hash
  • Mercurial-Repositories mit hg init und hg clone erstellen
  • Grundlegende Befehle: hg add, hg commit, hg pull, hg update und hg push
  • GUI-Clients und IDE-Anbindung: TortoiseHg und Erweiterungen für Editoren
  • Zu früheren Versionen: hg revert, hg backout und Phasen gegen das Umschreiben veröffentlichter Changesets
  • Verzweigen mit benannten Branches, Bookmarks und anonymen Köpfen, Zusammenführen mit hg merge
  • Konvertierung mit hg-fast-export, Autorenzuordnung und Bereinigung von Branch-Namen
  • Benannte Branches und Bookmarks auf Git-Branches abbilden, geschlossene Branches als Tags archivieren
  • Hosting-Wechsel: wenn der bisherige Anbieter keine Mercurial-Repositories mehr unterstützt
  • .hgignore, Hooks und Unter-Repositories aus .hgsub in Git-Entsprechungen übersetzen
Große Binärdateien mit Git LFS
  • Wann Git LFS nötig ist: Grafiken, Audio, CAD-Modelle, eingecheckte Werkzeuge
  • Dateitypen mit git lfs track erfassen und die Regeln in .gitattributes versionieren
  • Bestehende Historie messen mit git lfs migrate info und umschreiben mit git lfs migrate import
  • Speicherkontingente und LFS-Unterstützung von GitHub, GitLab und Azure Repos vorab klären
Monorepo oder viele Repositories
  • Ein großes Repository oder viele: Kriterien aus Build, Zugriffsrechten und Release-Zyklen
  • Große Repositories schnell halten: partielles Klonen mit --filter=blob:none und sparse-checkout
  • scalar und git maintenance für Hintergrundpflege sehr großer Repositories
  • Repositories nach der Migration aufteilen oder zusammenführen mit git filter-repo
  • Pfadbezogene Rechte aus Perforce und Subversion: in Git über getrennte Repositories und Code-Owner-Regeln
Migration planen und abnehmen
  • Bestandsaufnahme: Größe, Branches, Binäranteil, Hooks und angebundene Werkzeuge
  • Probelauf, Abnahme durch Vergleich der Dateibäume je Tag, Stichtag und Einweisung des Teams
  • Verweise auf alte Revisionsnummern in Tickets und Dokumentation über eine Zuordnungstabelle auflösen
Versionskontrolle mit Coding-Agenten migrieren
  • Agent erzeugt die Autorendatei aus svn log oder p4 users; unklare Zuordnungen klärt das Team
  • Konvertierung der Versionskontrolle als wiederholbares Skript: jeder Probelauf des Agenten schreibt in ein frisches Ziel-Repository
  • Abnahmeskript vom Agenten: Dateibäume je Tag in Alt- und Zielsystem vergleichen, Abweichungen auflisten
  • Build-Skripte mit SVN-Revisionsnummern oder $Id$-Schlüsselwörtern auf git describe umstellen lassen
  • Nur Lesezugriff auf das Altsystem; Push ins Ziel und Abschalten des alten Servers bleiben beim Team
Praxisprojekt: Subversion-Repository mit Grafikbestand nach Git umziehen
  • Ein bereitgestelltes SVN-Repository mit abweichendem Layout analysieren und die Autorendatei anlegen
  • Konvertieren, Branches und Tags prüfen, große Grafikdateien mit git lfs migrate auslagern
  • Ergebnis nach GitLab oder Azure Repos pushen und die Abnahme gegen das Original durchführen
Lernziele
  • Sie erklären die Unterschiede zwischen zentraler und verteilter Versionskontrolle und ordnen Git, TFVC, Subversion, Perforce und Mercurial ein
  • Sie führen Grundoperationen, Rücknahmen sowie Verzweigen und Zusammenführen in jedem der fünf Systeme aus
  • Sie wählen für ein Bestandssystem den passenden Migrationsweg nach Git und übernehmen die Historie mit Autorenzuordnung
  • Sie lagern große Binärdateien mit Git LFS aus und schreiben bestehende Historie dafür um
  • Sie entscheiden begründet zwischen Monorepo und mehreren Repositories und erstellen einen Migrationsplan mit Abnahmekriterien
Zielgruppe
  • Teams und IT-Leitungen mit Subversion-, TFVC-, Perforce- oder Mercurial-Beständen
  • Projektleitungen und Architekt:innen vor der Wahl eines Versionskontrollsystems
  • Build- und Release-Verantwortliche, die eine Migration technisch umsetzen

*) Die Inhalte werden individuell abgestimmt und mit Praxisbeispielen abgerundet.

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