16.09.2025
Von Peter Hecker, Inhaber von HECKER CONSULTINGWie Domain Storytelling mit einfachen Bildgeschichten Business und IT verbindet, wie es in der Praxis abläuft und welche Werkzeuge und Fallen es gibt.

Die digitale Transformation hat uns gelehrt, dass die größten Hürden nicht technischer, sondern kommunikativer Natur sind. Domain Storytelling könnte die Antwort auf ein Problem sein, das jeder kennt, der schon mal zwischen Fachbereich und Entwicklung vermitteln musste.
Stellen Sie sich vor: Ein Meeting, in dem tatsächlich alle verstehen, wovon die Rede ist. Klingt utopisch? Nicht mit Domain Storytelling. Diese Methode verspricht nichts Geringeres als das Ende des babylonischen Sprachwirrwarrs zwischen Business und IT.
Domain Storytelling ist im Grunde genial einfach: Fachexperten erzählen Geschichten über ihren Arbeitsalltag, während jemand diese Geschichten live in verständliche Bilder übersetzt. Wie beim Simultandolmetschen, nur dass hier zwischen Fachsprache und Visualisierung übersetzt wird.
Das Prinzip funktioniert wie ein gut moderierter Podcast: Einer erzählt, alle hören zu, und am Ende haben alle das gleiche Bild im Kopf. Nur dass dieses Bild tatsächlich existiert – auf dem Whiteboard oder Bildschirm, für alle sichtbar.
Die Corona-Lektion: Seit 2020 hat sich gezeigt, dass diese Methode auch remote funktioniert. Tools wie Miro oder das spezialisierte Egon.io haben Domain Storytelling ins digitale Zeitalter katapultiert. Plötzlich können Teams aus München, Berlin und Hamburg gemeinsam Geschichten entwickeln – und das oft effizienter als im Konferenzraum.
Die Bildsprache von Domain Storytelling ist bewusst simpel gehalten:
Mehr braucht es nicht. Kein UML-Studium, keine BPMN-Zertifizierung. Strichmännchen, Pfeile und ein paar Icons reichen völlig aus.
Ein typischer Domain Storytelling Workshop läuft ab wie eine gut strukturierte TV-Sendung:
Der Clou: Diese Methode zwingt zur Konkretheit. Abstrakte Prozessbeschreibungen haben keine Chance. Es geht immer um echte Beispiele, echte Menschen, echte Abläufe.
Die Methode bewährt sich branchenübergreifend. Am Flughafen Hamburg etwa optimierte man mit Domain Storytelling die Tenderbus-Disposition. Die visualisierten Geschichten offenbarten, wo manuelle Prozesse durch Apps ersetzt werden konnten.
Im E-Commerce hilft die Methode dabei, die oft verzweigten Order-to-Delivery-Prozesse zu durchdringen. Plötzlich verstehen auch Entwickler, warum der Versand manchmal komplizierter ist, als es scheint.
Besonders spannend wird es in regulierten Branchen wie dem Finanzwesen. Hier entstehen oft mehrschichtige Story-Landschaften: Erst die große Geschichte ("Wie funktioniert Leasing?"), dann die Detailgeschichten für Teilprozesse wie Bonitätsprüfung oder Vertragsabwicklung.
Domain Storytelling spielt besonders gut mit anderen modernen Methoden zusammen. Event Storming und Domain Storytelling ergänzen sich perfekt: Das eine fokussiert auf Ereignisse, das andere auf Interaktionen.
In agilen Teams fließen die Erkenntnisse direkt ins User Story Mapping ein. Die gemeinsame Sprache, die in den Storytelling-Sessions entsteht, macht alle nachgelagerten Gespräche effizienter.
Domain Storytelling löst ein fundamentales Problem der Softwareentwicklung: Wie bringen wir Wissen aus den Köpfen der Experten in die Köpfe der Entwickler? Die Antwort ist so alt wie die Menschheit: durch Geschichten.
In einer Zeit, in der KI-Tools immer komplexer werden und die Abstraktionsebenen immer höher, wirkt Domain Storytelling fast schon retro. Aber vielleicht ist genau das der Punkt: Manchmal führt der Weg nach vorn über bewährte Basics zurück.
Die Methode funktioniert, weil sie auf etwas setzt, was jeder Mensch von Kindheit an beherrscht: Geschichten erzählen und verstehen. Und in einer Branche, die oft mehr Zeit mit Tools als mit Menschen verbringt, ist das vielleicht genau die richtige Medizin.
Domain Storytelling macht aus Requirements echte Geschichten und aus Geschichten wird bessere Software. Einfacher kann man den Nutzen kaum auf den Punkt bringen.
Domain Storytelling ist eine Methode, bei der Fachexperten ihre Arbeitsprozesse als Geschichten erzählen, die visuell dargestellt werden. Ziel ist es, Business und IT durch eine gemeinsame Sprache zu verbinden und Missverständnisse zu vermeiden.
Unternehmen profitieren von klarer Kommunikation, besserem Verständnis zwischen Fachbereichen und IT, effizienteren Prozessen und praxisnahen Modellen, die in Projekten sofort genutzt werden können.
Domain Storytelling wird branchenübergreifend genutzt – von Logistik über E-Commerce bis hin zu Finanzdienstleistungen. Es eignet sich überall dort, wo komplexe Abläufe zwischen Teams verständlich gemacht werden müssen.
Neben klassischen Whiteboards kommen digitale Tools wie Miro, Mural oder Egon.io zum Einsatz. Sie ermöglichen Remote-Workshops und bieten Funktionen wie Symbolbibliotheken oder Replay-Modi.
Während Event Storming den Fokus auf Ereignisse legt, konzentriert sich Domain Storytelling auf Interaktionen zwischen Akteuren, Arbeitsgegenständen und Aktivitäten. Beide Methoden ergänzen sich ideal in agilen Projekten.
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Künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen (ML) und Data Science (DS) sind die Schlagworte in der Informationstechnologie (IT)-Branche. Die Mehrheit der Unternehmen bewegt sich von der Proof of Concept (POC)-Phase zur Produktion und Monetarisierung von KI/ML/DS-Lösungen. Aufgrund der Art der Arbeit, die in die Projekte involviert ist, unterscheiden sich Teamzusammensetzung, Qualifikationsanforderungen und die Kernentwicklung von KI/ML/DS etwas von der traditionellen Softwareentwicklung. Die Einbeziehung von Datenexploration, Data Engineering, Experimenten und spezialisierten Tools wie Jupyter-Notebook trägt zur Komplexität bei.
Der Business Analyst fungiert als Bindeglied zwischen den verschiedenen Projektrollen während des gesamten Projektlebenszyklus - von der Ermittlung bis zur Lieferung. Das bedeutet, dass der Business Analyst das "große Ganze" und die Art und Weise, wie das Team am Projekt zusammenarbeitet, kennenlernt. Dies versetzt den Business Analyst in eine gute Position, um Verbesserungen in Bezug auf Anforderungen, Kommunikation, Teamausrichtung, Einbeziehung der Stakeholder, Projektplanung und Fortschrittsüberwachung zu identifizieren und einzuführen.
Warum brauchen Sie einen Prototypen? Haben Sie zufällig eine Menge Ideen und Anforderungen von Kunden, wenn es um das Projekt geht? Wenn ja, dann ist ggf. die Entwicklung eines Prototypen eine geeignete Methode diese Ideen und Anforderungen zu überprüfen. Ein Prototyp ist etwas, das die meisten Menschen mit materiellen Produkten assoziieren, nicht unbedingt mit mobilen oder Web-Anwendungen. In der IT-Branche - und insbesondere in modernen Softwarehäusern - wird der Prototyp jedoch sehr häufig im Softwareentwicklungsprozess eingesetzt. Zunehmend ist er auch ein Schlüsselelement im Prozess der Vertragsabschlüsse.
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So werden Ihre Code-Reviews (noch) besser. Wir alle wissen, dass wir ohne Code-Review nicht weit kommen. Es verbessert die Qualität des Codes und macht seine Struktur stabiler. Außerdem helfen Reviews den Programmierern, Beziehungen aufzubauen und effektiver zu arbeiten. Es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass ein Review von gleichem Code viel einfacher zu planen als durchzuführen ist, und solche Reviews können ein Alptraum für Teamleiter sein.
Start-ups sind aus unserer Gegenwart nicht mehr wegzudenken. Immer mehr davon sind Unternehmen, die mit IT zu tun haben. Doch wir kennen nur die, die erfolgreich waren. Von denen, die gescheitert sind, hat noch nie jemand etwas gehört. Manchmal war ihr Scheitern mit überbewerteten Plänen verbunden, ein anderes Mal scheiterten sie, weil sie sich darauf konzentrierten, sofort etwas Neues zu schaffen, ohne einen richtigen langfristigen Ansatz zu verfolgen.